KONPLOTT und Miranda Konstantinidou – Schmuck mit einer unverwechselbaren Handschrift
KONPLOTT ist untrennbar mit einer Frau verbunden: Miranda Konstantinidou. Seit der Gründung der Marke im Jahr 1986 entwirft die Designerin jedes Schmuckstück selbst. Über vier Jahrzehnte ist daraus eine international bekannte Schmuckmarke entstanden, deren Handschrift sich kaum mit einer anderen verwechseln lässt: intensive Farben, überraschende Materialien, große Formen, ungewöhnliche Kombinationen und ein ausgeprägter Sinn für Individualität.
Miranda Konstantinidou versteht Schmuck nicht als bloßes Accessoire. Für sie gehört er zur Persönlichkeit einer Frau. Er kann Stimmung ausdrücken, Erinnerungen bewahren und einen Menschen an einem bestimmten Tag anders erscheinen lassen. Entsprechend lehnt sie starre Zielgruppen und konventionelle Schönheitsideale ab. Ihr Anspruch ist, Schmuck für unterschiedliche Frauen, Lebenssituationen, Altersgruppen und Stimmungen zu entwerfen. KONPLOTT formuliert ihre gestalterische Haltung mit dem Gedanken, jede Frau in jeder Situation schmücken und ihre individuelle Schönheit hervorheben zu wollen.
Miranda Konstantinidou – zwischen Griechenland, Deutschland, Italien, Luxemburg und den Philippinen
Miranda Konstantinidou wurde in Thessaloniki in Griechenland geboren und wuchs in Deutschland auf. Ihre Ausbildung führte sie nach Deutschland und Italien. Sie studierte Modegrafik beziehungsweise Modeillustration und Modedesign in Trier und Bologna und schloss ihre Ausbildung in diesen Bereichen ab. Heute ist ihr Leben seit vielen Jahren zwischen Luxemburg und der philippinischen Insel Cebu aufgeteilt.
Ihre Laufbahn begann nicht erst mit der Gründung einer großen Schmuckfirma. Einer oft erzählten Episode aus ihrer Jugend zufolge fertigte sie bereits während der Schulzeit eigene Einzelstücke und verkaufte sie auf der Mädchentoilette ihrer Schule. Aus diesem frühen Drang, Dinge selbst zu gestalten und unmittelbar zu sehen, wie andere Menschen darauf reagieren, entwickelte sich später ein Unternehmen.
Auch Mode spielte zunächst eine wichtige Rolle. Konstantinidou arbeitete im Bereich Womenswear und gestaltete über mehrere Saisons Trend- und Modepräsentationen unter anderem für Trevira und die Messe Frankfurt. Die Präsentationen wurden in Frankfurt und Hongkong gezeigt. Später kehrte sie auch auf die Laufstege zurück: 2012 präsentierte sie ihre Frühjahr-/Sommerkollektion „Phantasy Ethno“ bei der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin. Weitere Kollektionen wie „Space Knights“ und „Always Summer Somewhere“ folgten.
Die Entstehung von KONPLOTT
1986 gründete Miranda Konstantinidou in Trier KONPLOTT. Sie war damals noch Studentin. Die Anfänge waren klein: In einer Werkstatt entstanden die ersten Schmuckstücke, die zunächst an Händler in der Umgebung geliefert wurden. Die Nachfrage wuchs. Mitte der 1990er-Jahre entstanden die ersten eigenen Geschäfte.
Auch der ungewöhnliche Markenname trägt ein Stück Unternehmensgeschichte in sich. Nach mehreren Unternehmensporträts setzt sich „KONPLOTT“ aus Bestandteilen der Nachnamen Konstantinidou und Plotnicki zusammen. Harald Plotnicki gehört seit vielen Jahren zur Unternehmensleitung. Miranda Konstantinidou bleibt zugleich die Gründerin und die kreative Autorin der Marke.
Aus der Trierer Werkstatt entwickelte sich ein internationales Unternehmen. Der rechtliche Firmensitz der KONPLOTT S.à r.l. befindet sich heute in Rosport in Luxemburg.
Luxemburg bildet damit einen europäischen Mittelpunkt des Unternehmens. Der zweite entscheidende Ort für die Marke liegt rund 10.000 Kilometer entfernt: Cebu auf den Philippinen.
Cebu – das handwerkliche Herz von KONPLOTT
Mit wachsender Nachfrage entschied sich Miranda Konstantinidou, eine eigene Produktion aufzubauen. Um die Jahrtausendwende wurde Cebu zum Zentrum der Schmuckfertigung. In der dortigen Manufaktur schlägt das Herz der KONPLOTT Schmuckproduktion.
Diese Entscheidung prägt KONPLOTT bis heute. Die Schmuckstücke werden nicht anonym bei wechselnden Zulieferern bestellt. Sie entstehen nach Angaben des Unternehmens in einer eigenen Manufaktur. Dort wird geplant, gebogen, gelötet, gefasst und Stein für Stein eingesetzt. Handwerk ist deshalb ein zentraler Bestandteil der Marke. KONPLOTT verbindet traditionelle Verfahren mit selbst entwickelten und modernen Herstellungsmethoden.
„Meine Firma soll eine Frauenfirma sein“
Dieser Satz von Miranda Konstantinidou ist keine nachträgliche Werbeidee. Nach Darstellung des Unternehmens stand der Gedanke bereits beim Aufbau der Produktion in Cebu im Mittelpunkt. KONPLOTT bezeichnet sich ausdrücklich als „Frauenfirma“.
Konkrete Zahlen: Rund neun von zehn Beschäftigten sind Frauen. Zwei von drei Beschäftigten sind Hauptverdienerinnen ihrer Familien, ebenfalls zwei von drei sind Mütter. Die Beschäftigten in Cebu umfassen dabei unterschiedliche Generationen.
Für Miranda Konstantinidou hängen Unternehmenskultur und Kreativität unmittelbar zusammen. Sie beschreibt ihre Firma als eine Art Familie und betont Solidarität, Verantwortung und eine enge Kommunikation unter Frauen. Frauen sind dabei nicht nur diejenigen, für die sie gestaltet. Sie sind zugleich die Menschen, die einen großen Teil der Schmuckstücke herstellen, organisieren und vertreiben.
Mit der Initiative „I made your jewellery“ versucht KONPLOTT außerdem, die Menschen hinter den Schmuckstücken sichtbar zu machen. Kundinnen sollen nicht nur erfahren, wie ihr Schmuck gefertigt wurde, sondern auch, wer daran gearbeitet hat. Beschäftigte der Manufaktur werden dort mit Namen und ihrer Tätigkeit vorgestellt. Das Unternehmen verbindet dies mit einem selbst formulierten Anspruch auf Verantwortung gegenüber Beschäftigten, Kunden, Umwelt und der Kultur des Produktionsortes.
Wie eine KONPLOTT-Kollektion entsteht
Der kreative Ausgangspunkt jeder Kollektion ist Miranda Konstantinidou selbst. Nach Unternehmensangaben wird bis heute jedes einzelne KONPLOTT-Schmuckstück von ihr entworfen. Dieses Prinzip ist für eine Marke dieser Größe ungewöhnlich. Es gibt nicht eine Vielzahl wechselnder Designer, deren Entwürfe unter einem gemeinsamen Markennamen erscheinen. Die Kollektionen tragen vielmehr kontinuierlich die persönliche Handschrift ihrer Gründerin.
Ihre Arbeit beginnt nicht mit der Frage nach einer klassischen Zielgruppe. Ausgangspunkt sind Farben, Materialien, Stimmungen, Frauen und Beobachtungen. Konstantinidou experimentiert mit ungewöhnlichen Kombinationen. Glas und Kristall treffen auf Keramik, Holz, Leder, Stein, Perlen, Harze oder andere Materialien. Traditionelle Verarbeitungstechniken werden verändert, neu kombiniert und teilweise speziell für einen Entwurf weiterentwickelt.
Die Suche nach Material, Form und Muster kann sich über Monate erstrecken. Gerade diese Freiheit gegenüber klassischen Materialhierarchien gehört zu ihrer Designphilosophie. Wert entsteht für Konstantinidou nicht allein durch den Preis des Ausgangsmaterials. Entscheidend sind Farbe, Wirkung, Komposition und handwerkliche Umsetzung. Das erklärt, warum bei KONPLOTT vermeintlich Gegensätzliches selbstverständlich nebeneinanderstehen kann.
Die Schmuckstücke werden von Hand gefertigt und die Kollektionen in begrenzten Auflagen produziert. Dabei handelt es sich um ca. 24 Kollektionen pro Jahr mit jeweils zahlreichen Einzelentwürfen.
Was Miranda Konstantinidou antreibt
Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Frau, aber nicht ein bestimmtes Frauenbild. Konstantinidou beschreibt Weiblichkeit als etwas Vielschichtiges. Eine Frau kann an verschiedenen Tagen und selbst innerhalb eines Tages vollkommen unterschiedliche Seiten zeigen. Schmuck soll diese Veränderlichkeit nicht normieren, sondern sichtbar machen.
Damit erklärt sich auch die enorme stilistische Bandbreite von KONPLOTT. Manche Entwürfe sind verspielt, andere opulent, grafisch, romantisch oder bewusst exzentrisch. Farbe spielt fast immer eine zentrale Rolle. Konstantinidou wird deshalb gelegentlich als „Queen of Colour“ bezeichnet.
Ein weiterer Gedanke ist die emotionale Beständigkeit eines Schmuckstücks. In einer KONPLOTT-Veröffentlichung beschreibt Konstantinidou ihr Ziel sinngemäß so: Sie wolle die Welt zum Glitzern bringen und Schmuck schaffen, der geliebt und gepflegt werde. Schmuck soll nicht zum schnell verbrauchten Wegwerfprodukt werden. Dazu passt der Anspruch, Stücke reparierbar und langfristig tragbar zu halten.
Auszeichnungen
Bereits wenige Jahre nach der Gründung erhielt Miranda Konstantinidou internationale Anerkennung. 1991 wurde sie in Paris als erste Nicht-Französin mit einem französischen Modeschmuckpreis ausgezeichnet. Quellen aus dem Umfeld der Marke nennen eine Jury, an der Vertreter renommierter Modemedien wie Elle, Vogue und Marie Claire beteiligt waren.
Im Januar 2006, zum 20-jährigen Bestehen ihrer Marke, folgte eine weitere bedeutende Ehrung durch die französische Modepresse: der „Étoile“ für die beste Gesamtkollektion.
Diese beiden Auszeichnungen markieren wichtige Stationen ihrer Laufbahn. Wichtiger für die Geschichte der Marke ist jedoch die außergewöhnliche Kontinuität dahinter: Seit 1986 steht dieselbe Designerin hinter der gesamten gestalterischen Welt von KONPLOTT.


