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Arganöl

Arganöl

(INCI: Argania Spinosa Kernel Oil und andere)

Was haben das teuerste pflanzliche Öl der Welt und der teuerste Kaffee der Welt gemeinsam?

Beide werden von Tieren ausgekackt.

Kopi Luwak Kaffeebohnen von einer indonesischen Schleichkatze, Argannüsse von marokkanischen Berberziegen.

Kein Witz.

Die traditionelle Gewinnung von Arganöl besteht darin, dass Ziegen auf die dornigen, dichten Bäume klettern, Früchte und Blattwerk verzehren und anschließend die unverdauten Nüsse hinten rausfallen lassen. Auf diese Weise ersparen sich die Sammlerinnen den äußerst mühseligen Prozess, die Argannuss aus dem Fruchtfleisch zu schälen. Auf die Idee muss man erst mal kommen.

Ok, für den Export wird das Schälen meistens von Hand oder maschinell erledigt, nach dem Einsammeln und Trocknen der heruntergefallenen Früchte (Das machen Frauen und Mädchen. Die Ziegen sind derweil eingepfercht und werden von nichtsnutzigen Lausejungen gehütet, siehe unten).

Gewinnung von Arganöl

Hat man die Nuss – entweder aus der Kacke oder aus der Maschine –, finden sich darin ein bis drei ölhaltige Argansamen. Je nach Methode lassen sich 30 – 50 Prozent des Öls extrahieren; man benötigt ungefähr 100 Kilogramm Früchte und zwei Tage Arbeit für einen Liter Arganöl, das (nicht nur wegen des Preises) auch marokkanisches Gold genannt wird.

Industriell wird Arganöl mit einem Lösungsmittel extrahiert und anschließend destilliert. Man erhält auf diese Weise 50 – 55 Prozent reines Öl. Wegen der veränderten Eigenschaften dieses Öls in Bezug auf Geruch, Geschmack und Aussehen wird es nur für kosmetische Zwecke genutzt, es nennt sich “enriched argan oil” und enthält dreimal so viele nicht verseifbare Anteile wie das durch Pressen erzeugte Öl. Es findet keine Verwendung in der zertifizierten Naturkosmetik.

Verwendung von Arganöl

Kaltgepresstes Arganöl wird sowohl in der Feinschmeckerküche als auch in der Kosmetik eingesetzt. Einheimische benutzen es roh zur Behandlung von Hauterkrankungen und zur Schönheitspflege von Haut und Haaren.

Arganöl hat gesundheitsfördernde Eigenschaften und soll bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Adipositas helfen und den Cholesterinspiegel senken.

Arganöl kommt in der Kosmetikindustrie beispielsweise in Haarspülungen, Körperölen und -cremes und Seifen oder Conditionern zum Einsatz, doch wie bei anderen Substanzen auch sind die Behauptungen, was seine Eigenschaften angeht, übertrieben bis geradezu abenteuerlich. Fakt ist, Arganöl besitzt feuchtigkeitsspendende und entzündungshemmende Eigenschaften und ist durch seine pflegende Wirkung ein durchaus nützlicher Bestandteil in der Kosmetik, aber es ist kein Zaubermittel.

Anmerkung:

Selbstverständlich wird das von Wolkenseifen angebotene Arganöl (wir haben einige Artikel unter diesem Beitrag verlinkt) nicht durch Verdauungstrakt-Missbrauch marokkanischer Berberziegen gewonnen und ist somit vegan. Es ist diesbezüglich sogar durch die Vegan Society zertifiziert. (Abgesehen davon lassen die marokkanischen Lausbuben ihre Ziegen ohnehin nur noch auf die Bäume, wenn fotografierwütige Touristen vorher dafür bezahlt haben. Um sich zu Hause anzusehen, wo genau sie eigentlich im Urlaub waren. Natürlich könnten die Lausejungen auch den Mädchen beim Sammeln der herabgefallenen Früchte helfen, aber dann wären die Ziegen ständig auf den Bäumen, es gäbe keine herabgefallenen Früchte und die Touristen würden nichts für ihre Fotos bezahlen. Ein praktisches Beispiel für eine aufgeweitete Wertschöpfungskette. Die gewachsenen Familieneinkommen sind gut für die Menschen. Sie führen dazu, dass mehr Mädchen auf bessere Schulen gehen können - und mehr Ziegen gekauft werden. Was nicht so gut für die Bäume ist.)

Quellen

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Argan%C3%B6l

Tchibo: https://www.tchibo.de/kaffeelexikon-kopi-luwak-c400094119.html

Krist, Buchbauer und Klausberger: Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle. Springer, Wien 2008

Arganöl – Ist dieses Öl wirklich wertvoller als andere Öle? Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE), 2004

Booming markets for Moroccan argan oil appear to benefit some rural households while threatening the endemic argan forest - https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3161605/

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